Reiseziel Frankreich

Frankreich Facts:

Fläche: 544 000 km² | Campingplätze: ca. 9000 | Einwohnerzahl: 66,9 Millionen | Landessprache: Französisch | Währung: 1 Euro (€) = 100 Cent | Telefonvorwahl aus dem Ausland: 0033 + Teilnehmernummer ohne 0 (keine Vorwahl) | Mobiltelefon: Telefonieren während der Fahrt ist nur mit Freisprechanlage erlaubt. | Notruf: 112 | Grenzübertritt Personen: Pass / Personalausweis. | Grenzübertritt Haustiere: EU-Heimtierausweis, Tollwutimpfung (21 Tage bis 12 Monatealt), Mikrochip zur Identitätskennzeichnung. Die Einfuhr von Kampfhunden ist verboten. | Grenzübertritt Kraftfahrzeuge: Führerschein. Zulassungsbescheinigung Teil 1. Internationale Grüne Versicherungskarte. | Geschwindigkeitsbegrenzungen: Pkw Straße: 80 – 110 km/h. Pkw Autobahn: 130 km/h. Caravan Straße: 80 – 110 km/h. Caravan Autobahn: 90 – 130 km/h. Wohnmobil Straße: 80 – 110 km/h. Wohnmobil Autobahn: 110 – 130 km/h. | Besondere Verkehrsbestimmungen: Promillegrenze: 0,5 ‰. Warnwestenpflicht. Es muss ein Alkoholschnelltest mitgeführt werden. Abblendlicht ist bei Regen und Schneefall sowie in Tunnels und Galerien obligatorisch. Auch tagsüber soll mit Abblendlicht gefahren werden. Kreisverkehr hat Vorfahrt. Vorfahrtsstraßen enden an den Ortsschildern. | Straßengebühren: Mautpflicht auf allen Autobahnen mit Ausnahme der Stadt und Umgehungsautobahnen der Großstädte sowie einiger Grenzstrecken. | Zusätzlich gebührenpflichtig sind der Fréjus-Tunnel, der Mont-Blanc-Tunnel sowie einige Brücken. | Umweltzonen und Fahrverbote: Im Juli 2016 wurde in Frankreich die Umweltplakette “Crit’ Air” und die dazugehörigen Umweltzonen, u.a. in Paris eingeführt. Zahlreiche weitere Städte werden in den nächsten Jahren Umweltzonen einrichten. Weitere Informationen und Plakettenbestellungen unter http://www.crit-air.fr | Wichtig für den Camper: Ausländische Gasflaschen können in Frankreich nicht getauscht oder gefüllt werden. Französische Flaschen können aber mit Hilfe eines Adapters verwendet werden. Übernachten außerhalb von Campingplätzen auf Straßen, Rast- oder Parkplätzen ist nur mit Genehmigung der lokalen Behörden erlaubt. | Rauchverbot in Restaurants, Bars und allen öffentlichen Räumen sowie in Fahrzeugen in Gegenwart von Minderjährigen. | Sommer-Ferien 2020: 05.07. – 31.08. | Automobil-Club: Automobile Club Association, 38 avenue du Rhin, 67027 Strasbourg Cedex  http://www.automobile-club.org | Camping-Club: FFCC: 78 rue de Rivoli, F-75004 Paris  http://www.ffcc.fr | Touristik: Atout France info.de@atout-frange.fr  http://www.rendezvousenfrance.com

Über das Land:

Frankreich wird oft als Land des Genusses und der Lebensart bezeichnet. Die »Grande Nation«, wie sich Frankreich stolz nennt, ist eines der beliebtesten Urlaubsländer Europas. Aufgrund seiner Größe, seiner verschiedenen Klimaeinflüsse und seiner langen Kulturgeschichte ist es ein äußerst vielfältiges Reiseland. Es ist reich an wertvollen Kunstschätzen, aber auch die Natur hat besonders sehenswerte Landschaften und Naturdenkmäler geschaffen. Im Herzen Europas gelegen, wird Frankreich von sechs Ländern begrenzt: Im Norden schließen sich Belgien, Luxemburg und Deutschland an, im Südosten die Schweiz und Italien und im äußersten Südwesten Spanien. Das Klima Frankreichs unterteilt sich grob gesehen in eine atlantische und eine mediterrane Klimazone.

Der Norden besitzt ein gemäßigtes, atlantisches Klima mit kühlen Sommern und milden Wintern. Der Landesteil südlich des Massif Central gehört zur mediterranen Klimazone, für die heiße und trockene Sommer sowie milde Winter typisch sind. Im Frühjahr und Herbst muss man vor allem in der Provence mit dem Mistral, einem kalten, aus dem Norden kommenden Fallwind, rechnen. In den Alpen und den Pyrenäen herrscht das typische Hochgebirgsklima der gemäßigten Breiten. Die 22 Regionen Frankreichs bieten eine große Vielfalt an Landschaftstypen, die von den Bergmassiven der Alpen und der Pyrenäen über die Mittelgebirgslandschaft des Massif Central und die reizvollen Flusstäler der Loire, der Rhône und der Dordogne bis hin zu den mit karger Macchia-Vegetation bewachsenen Hängen der Provence und der Côte d´Azur reichen. Mit einer Küstenlinie von ca. 2800 km kann man hier auch die verschiedensten Küstentypen erleben. Die Nordwestecke mit den Regionen Normandie und Bretagne zeigt sich von einer rauen Seite. Hier haben die hohen Brecher des Atlantiks beeindruckende Steilküsten geschaffen, besonders im Westen der Bretagne lohnt sich ein Besuch der sagenhaft schönen Küste mit ihren fjordähnlichen Einbuchtungen.

Zwischendurch finden sich aber auch immer wieder sanftere Hügellandschaften mit geschützten Buchten und weiten Sandstränden. Eine der beliebtesten Regionen der Atlantikküste ist Aquitanien. Mit seinen langen Sandstränden, faszinierenden Dünenlandschaften und seinem sonnigen, warmen Wetter zieht es vor allem Wassersportler und Badeurlauber an. Im Landesinneren sind besonders die Weinregionen bei Bordeaux und die Flusstäler der Dordogne, der Garonne und der Vézère sehenswert.

Ein ganz anderes Flair strahlt die südfranzösische Mittelmeerküste des Golfe du Lion und der Côte d´Azur aus. Die an den Golfe du Lion grenzenden Regionen Languedoc-Roussillon und Provence zeichnen sich durch weite, von Flüssen durchzogene Ebenen und flache Sandstrände aus. Hier herrscht lebendiges mediterranes Strandleben, ideal geeignet für Familien mit kleinen Kindern. Einen ganz eigenen Reiz besitzt die Landschaft der Camargue mit ihren wilden Pferden und Büffelherden. An der Côte d´Azur treffen die Alpes-Maritimes mit dem Meer zusammen, so dass hier eine schöne Felsküste mit zahlreichen kleinen Buchten entstanden ist, in denen das Wasser türkisfarben schimmert. Kein Wunder also, dass sich hier schon im 18. Jh. ein reger Tourismus entwickelt hat, der bis heute von einer mondänen Atmosphäre geprägt ist. Berühmte Orte wie Nizza und Cannes beeindrucken mit ihren palastartigen Hotels und berühmten Restaurants.

In St. Tropez, einem einstigen kleinen Fischerdörfchen, trifft sich im Sommer, was Rang und Namen hat. Das Landesinnere lockt mit einem Besuch der Gorges du Verdon, einer einzigartigen Canyon-Landschaft. Wen es im Sommer nicht an die Küste und ans Meer zieht, der findet herrliche Wander- und Klettergebiete in den Alpen, den Pyrenäen, dem Massif Central und den Vogesen. Die Alpen ziehen vor allem im Winter zahlreiche Wintersportler in ihre bekannten und gut ausgebauten Skigebiete. Ein sicherlich einzigartiges Erlebnis ist eine Gondelfahrt auf die Aiguilles du Midi, die unterhalb des Mont-Blanc-Massives liegt und eine herrliche Sicht auf den höchsten Berg Europas bietet.

In den Pyrenäen ist der Wintersport zwar noch nicht so bekannt, aber auch hier findet man gut erschlossene Skigebiete. Im Sommer lockt vor allem der Pyrenäen-Nationalpark mit seiner einzigartigen Berg- und Pflanzenwelt zum Wandern und Bergsteigen. Das Mittelgebirgsplateau des Massif Central, das sich von Clermont-Ferrand bis zu den südlichen Cevennen erstreckt, wird geprägt von einer bizarren Vulkanlandschaft, von fruchtbaren Ebenen und den beeindruckenden Schluchten der Gorges du Tarn. Eine ähnliche Höhenlage haben die Ardennen und die Vogesen, die neben den landschaftlichen Schönheiten auch viele traditionelle Thermal- und Heilbäder besitzen.

300 km entfernt vom französischen Festland liegt Korsika, die »Insel der Schönheit«. Die nach Unabhängigkeit strebende Insel mit ihren grünen Bergen, den roten Granitgipfeln, Schluchten und herrlichen Stränden ist ein teilweise noch unberührtes Kleinod im Mittelmeer. Der berühmteste Sohn der Insel ist Napoleon, der in der heutigen Hauptstadt Ajaccio geboren wurde. Eine Sonderstellung unter den Regionen und Städten nimmt natürlich die Weltmetropole Paris ein, das beliebte Ziel aller Städtereisenden und Kunstinteressierten. Paris – das ist die Stadt der Künstler, der Verliebten, der Könige und Philosophen. Beeindruckend ist die große Anzahl der Museen, wie z. B. der Louvre, der allein schon von der Architektur her ein Meisterwerk ist. Das Centre Pompidou zeigt moderne Kunst und im Quai d´Orsay kann man die Werke der Impressionisten bewundern. Künstlerisches Flair verbreitet auch das rund um die Kirche Sacre Coeur gelegene Viertel Montmartre, in dem man viele kleine Galerien, Kunstmärkte, Straßenmaler und Künstlercafés findet.

Unbedingt einen Besuch abstatten muss man auch dem Tour Eiffel, der Kirche Notre-Dame, den Champs-Elysées mit dem Triumphbogen und den Regierungspalästen sowie dem Panthéon, der Ruhmeshalle bedeutender französischer Persönlichkeiten. Wer eher moderne Architekur mag, darf die futuristischen Bauten von »La Défense« mit »La Gran de Arche« an der so genannten Königsachse der Metropole und das Opern haus an der Bastille nicht versäumen. Neben den herausragenden Sehenswürdigkeiten von Paris hat Frankreich aber noch eine Vielzahl anderer Kunstschätze zu bieten. Aufgrund seiner langen Kulturgeschichte finden sich hier zahlreiche Spuren aus prähistorischer Zeit, wie z. B. die Höhlenmalereien von Lascaux, die prachtvollen und riesigen Menhire von Carnac oder die Dolmengräber auf Korsika. Aus der Römer zeit stammen so berühmte Bauwerke wie der Pont du Gard, die Are nen von Nîmes und Arles sowie das Amphitheater von Orange. Sehenswert sind auch die frühesten Kirchenbauten aus der Romanik, die dann während der Gotik filigraner wurden und bis in den Himmel zu wachsen schienen. Eines der bedeutendsten gotischen Bauwerke ist die Kathedrale von Reims, in der die Könige Frankreichs gekrönt wurden.

Ein beeindruckendes und in ganz Frankreich einzigartiges Kleinod ist die Festungsstadt Carcassonne, die von zwei durchgehenden Mauerringen mit Türmen umgeben ist. Inbegriff des weltoffenen und lebensfrohen Zeitgeistes der Renaissance ist das Jagdschloss Fontainebleau, das einen glänzenden Rahmen für die höfischen Feste bot. Zur selben Zeit entstanden auch die prachtvollen Schlösser an der Loire, der Louvre und die Tuilerierien, die für die Königin Cathérine de Medicis erbaut wurden. Die strahlendste Epoche und den größten Baueifer erfuhr Frankreich aber unter Ludwig XIV., dem absolutistischen Sonnenkönig, der das Zeitalter der Klassik einleitete. Sein Herrschaftssitz war Versailles, die größte und prachtvollste Residenz, die sich je ein Herrscher in Europa erbauen ließ und die zum Vorbild vieler barocker Schlossanlagen in ganz Europa wurde. Mit dem Untergang des Sonnenkönigs begann die Zeit der Aufklärung und des Revolutionszeitalters, in der sich der Stil des Empire und des sich an die antiken Vorbilder anlehnenden Klassizismus entwickelte. Einzigartiges Beispiel des Neo-Barocks ist die Pariser Oper, die mit verschwenderischen Formen beeindruckt. Bis zum Ersten Welt krieg entstanden moderne Strömungen in der Kunst: In der Malerei vermittelt der Impressionismus etwas von der Leichtigkeit des Seins während der Belle-Epoque, deren Stil sich in der Architektur durch die monumentalen Eisenkonstruktionen Eiffels oder des Quai d´Orsay ausdrückt. Zum Expressiven werden die Themen durch die Kunst Gauguins und van Goghs gesteigert, die zu den bekanntesten Wegbereitern der modernen Kunst des 20. Jh. gehören.

Neben seinem Ruf als Land der Kunst ist Frankreich aber auch berühmt für seine ausgezeichnete Küche und seine weltweit hochgeschätzten Weine. Essen und Trinken ist bei den Franzosen ein wichtiger Bestandteil der Kultur, des bekannten »savoir vivre«. Dazu gehört auch ein Besuch der malerischen, farbenfrohen Märkte, die einen Vorgeschmack auf die kulinarischen Köstlichkeiten geben und neben Obst und Gemüse auch typisches Kunsthandwerk anbieten. Ausgeprägter als in anderen Ländern gibt es in Frankreich sehr starke regionale Unterschiede. Jede Region bietet typische Spezialitäten, wie z. B. die Bouillabaisse und das Ratatouille aus der Provence, der Coq au vin, Weinbergschnecken und feines Charolais-Fleisch aus dem Burgund, Crêpes und Fischspezialitäten aus der Bretagne oder die Quiche Lorraine und den Flammenkuchen aus Lothringen und dem Elsass. Beliebt sind auch der Camembert aus der Normandie, der Roquefort aus dem Midi-Pyrénées oder die Käse-Spezialitäten aus Savoyen. Zum Dessert werden Mousse au chocolat, Crêpe suzette, Crème Caramel, Eclairs oder Petits Fours, kleine Gebäckstücke, gereicht. Und bei einem guten Essen darf natürlich auch ein edler Tropfen aus den französischen Weinanbaugebieten nicht fehlen: sei es aus den Weinregionen bei Bordeaux, dem Burgund, dem Rhônetal, dem Languedoc oder dem Elsass. Wer es noch erlesener mag, genießt während des ganzen Essens den Champagner. Um all diese Köstlichkeiten zu probieren, muss man aber nicht immer das teuerste Restaurant besuchen, auch in den anheimelnden Landgasthöfen (Auberges) wird dem Gast eine exzellente, und vor allem landestypische Küche geboten.