Reiseziel Spanien

Spanien Facts:

Fläche: 505 000 km² | Campingplätze: ca. 1000 | Einwohnerzahl: 46,6 Millionen | Landessprache: Spanisch, Katalanisch, Baskisch, Galicisch | Währung: 1 Euro (€) = 100 Cent | Telefon-Vorwahl aus dem Ausland: 0034 + Teilnehmer-Nummer  | Mobiltelefon: Telefonieren während der Fahrt ist nur mit Freisprechanlage erlaubt. | Notruf: 112  | Grenzübertritt Personen: Pass / Personalausweis. | Grenzübertritt Haustiere: EU-Heimtierausweis, Tollwutimpfung (21 Tage bis 12 Monate alt), Mikrochip zur Identitätskennzeichnung. Sonderregelungen bei Kampfhunden. | Grenzübertritt Kraftfahrzeuge: Führerschein. Zulassungsbescheinigung Teil 1. Internationale Grüne Versicherungskarte. Auslandsschadenschutz empfohlen. | Geschwindigkeitsbegrenzungen:Pkw Straße: 90 – 100 km/h.Pkw Autobahn: 120 km/h.Caravan Straße: 70 – 80 km/h.Caravan Autobahn: 80 – 90 km/h.Wohnmobil Straße: 80 – 90 km/h. Wohnmobil Autobahn: 90 – 100 km/h.Wohnmobil über 3,5 t Straße: 80 km/h, Autobahn: 90 km/h  | Besondere Verkehrsbestimmungen: Warnwestenpflicht. Promillegrenze: 0,5 ‰. Überholverbot vor Kuppen und auf Straßen, die nicht mindestens 200 m überschaubar sind. | Straßengebühren: Mautpflicht auf allen Autobahnen mit Ausnahme der Stadt und Umgehungsautobahnen einiger Großstädte. Zusätzlich mautpflichtig sind der Cadi-Tunnel und der Vallvidrera-Tunnel. | Wichtig für den Camper: Einmaliges Übernachten außerhalb von Campingplätzen ist auf Straßen, Parkplätzen oder Raststätten erlaubt (wenn kein lokales Verbot). Gespanne über 12 m Länge müssen hinten mit Warntafeln gekennzeichnet werden. Ausländische Gasflaschen dürfen in Spanien nicht befüllt werden. Auch Tausch ist nicht möglich. Bei Repsol- und Cepsa-Tankstellen können Gasflaschen geliehen und über einen Adapter ange schlossen werden. Bei längerem Aufenthalt wird empfohlen, den Gasanschluss auf spanische Verhältnisse umzurüsten. | Rauchverbot in Restaurants, Bars und allen öffentlichen Räumen. | Sommer-Ferien 2020: Mitte Juni – Mitte September (regional unterschiedlich). | Automobil-Club: RACE: Isaac Newton 4, Parque Tecnologico de Madrid, E-28760 Tres Cantos  http://www.race.es | Camping-Club: FECC: C. Quinsá 17, E-46113 Moncada,  http://www.campistasfecc.com | Touristik: Turespaña: Calle Capitàn Haya 41, E-28020 Madrid  www.tourspain.es | Spanisches Fremdenverkehrsamt: Reuterweg 51-53, D-60323 Frankfurt, frankfurt@tourspain.es,  http://www.spain.info/Catalunya Tourismus: Palmengartenstr. 6, D-60325 Frankfurt/M.,  http://www.katalonien-tourismus.de

Über das Land:

Spanien liegt auf der Iberischen Halbinsel am westlichen Rand Europas und grenzt außer an Portugal nur noch an Frankreich, von dem es durch die Gebirgskette der Pyrenäen getrennt ist. Etwa vier Fünftel der Iberischen Halbinsel sind spanisches Staatsgebiet, das restliche Fünftel teilen sich Portugal (88.944 km²), der Kleinstaat Andorra (468 km²) und das britische Gibraltar (5,5 km²). Auch die Inselgruppen der Balearen (5014 km²) und der Kanaren (7500 km²) gehören zu Spanien, das somit eine Gesamtfläche von 504.749 km² besitzt. Die Meere, die Spanien im Nordwesten, Osten und Süden umgeben – der Golf von Biskaya und das Mar Cantábrico als Teile des Atlantiks sowie das Mittelmeer – waren für das Land immer schon eine Herausforderung. Nach dem Aufstieg zur Seemacht im 16. Jh. übertraf der Territorialbesitz Spaniens in Übersee die alten Stammlande um ein Vielfaches. Nach der Schweiz ist Spanien das im Durchschnitt höchstgelegene Land Europas, dessen Hauptstadt Madrid (650 m) auf alle anderen Hauptstädte herab schauen kann. Das Staatsoberhaupt Spaniens ist der König. Zu seinen Aufgaben gehören die Genehmigung und Verkündung von Gesetzen, die Einberufung und Auflösung des Parlaments und die Ausschreibung von Referenden. Er schlägt außerdem dem Parlament die Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten vor und ist Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Seit dem Tod des Diktators Franco im Jahr 1975 wird Spanien von einer demokratischen Regierung verwaltet.

Klimatisch vereinigt Spanien die verschiedensten Klimazonen. Der Norden fällt noch in den Bereich der warm-gemäßigten Zone, während das übrige Gebiet bereits zu den Subtropen gehört. Auf den Hochebenen im Landesinneren kann es extrem kalt werden, hier fällt bisweilen sogar Schnee. Entlang der Küste im Osten und Süden reifen Orangen und Zitronen. Von Süden nach Norden hingegen sinken aber nicht nur die Temperaturen, sondern es erhöhen sich auch die Niederschlagsmengen. Der Norden Spaniens weist durch häufige Regenfälle eine üppige, immergrüne Vegetation auf, während im Süden durch ganz jährig heiße Temperaturen, verbunden mit sehr wenig Niederschlägen teilweise fast schon wüstenähnliche Verhältnisse herrschen. Aufgrund der klimatischen Unterschiede findet man in Spanien sehr gegensätzliche Landschaftsformen von ausgedorrten Steppen bis hin zu alpinen Gebirgszügen. Diese Unterschiede spiegeln sich auch in der vielfältigen Vegetation wider.

Insgesamt lässt sich das Land in drei große Vegetationszonen ein teilen: Das immerfeuchte Spanien besitzt die aus Mitteleuropa bekannten Bäume und Sträucher sowie Heidepflanzen, Stechginster und Farne, während das sommertrockene Spanien von Hartlaubwäldern, Koniferen, Oleander, Zwergpalmen und den typischen Erdbeerfeldern und Ölbäumen geprägt ist. Die vegetationsärmste Zone bilden die Salzsteppen im Ebrobecken und die Halfa- oder Espartosteppen, die v. a. in den Provinzen Granada und Murcia auftreten. Neue Einflüsse bekam die Vegetation durch die von den Römern und Arabern eingeführten Pflanzen. Besonders in den südlichen Regionen Andalusien, Murcia und Valencia gedeihen außer Orangen und Zitronen auch Mandel-, Feigen- und Aprikosenbäume. In der Nähe von Valencia gibt es Reisfelder, in Andalusien wird Baumwolle geerntet. Auf dem schmalen Küstenstreifen zwischen der Ebro mündung und der Straße von Gibraltar gedeiht sogar die Dattelpalme.

So verschieden wie die Landschaften und die Vegetation sind auch die Volksgruppen und Sprachen in Spanien. In den Bräuchen der einzelnen Regionen zeigen sich noch heute die ethnischen Ursprünge: keltische in Galizien und Asturien, arabische in Andalusien und der südlichen Levante, gallorömische in Katalonien, baskische im Baskenland. Neben dem Spanisch, »castellano« genannt, mit seinen verschiedenen Dialekten, werden in Spanien auch noch mehrere Regionalsprachen gesprochen. Zu ihnen gehören Katalanisch, Baskisch und Galizisch, die alle den Status einer zweiten Amtssprache erringen konnten. Sie alle haben sich, mit Ausnahme des Baskischen, aus dem Lateinischen entwickelt.

Zu den populärsten Festen und Bräuchen, die weltweit Berühmtheit erlangt haben, gehören in erster Linie der Stierkampf und der Flamenco. Der Stierkampf in seiner heutigen Form entstand im 17. Jh. im andalusischen Ronda, wo sich die älteste Arena Spaniens befindet. In ihren Nebenräumen wurde ein sehenswertes Stierkampfmuseum eingerichtet. Der Flamenco, dessen Wurzeln bis ins 15. Jh. zurück reichen, entstand in einem kleinen Landstrich in Andalusien. In dem Tanz vereinigen sich hellenistische, orientalische, jüdische und einheimische Elemente, geformt zum Cante Jondo, dem »tiefen Gesang«, der aus der Angst, Armut und sozialen Isolation der Zigeuner entstand, denen man unter Androhung von Gefängnisstrafen ihr Dasein verbot. Er wurde gesungen, um sich vom Leiden zu befreien, als eine Art resignierter Schrei ohne Rebellion.

Spanien ist reich an bedeutenden Kunst- und Baudenkmälern, die im ganzen Land verteilt sind und die verschiedenste kulturelle Einflüsse zeigen. Zu ihnen gehören u.a. die gotische Kathedrale von Santiago de Compostela, die seit Jahrhunderten das Ziel vieler Pilger ist, die auf dem berühmten Jakobsweg hierher kommen. Barcelona beeindruckt mit den faszinierenden Bauwerken von Gaudí, von denen die Kirche Sagra da Familia wohl das bekannteste ist, und einer schönen historischen Altstadt. Maurische Einflüsse findet man bei den Palästen der Alhambra in Granada, in Córdoba und in Sevilla. Eine Sonderstellung nimmt natürlich Madrid ein mit seinem Königsschloss und seinen zahlreichen berühmten Museen. Eine weitere besondere touristische Attraktion ist seit 1997 das Guggenheim- Museum in Bilbao (bask.: Bilbo), das eine der besten Sammlungen Moderner Kunst besitzt und dessen spektakuläre Architektur allein schon eine Reise wert ist.

Die Spezialitäten der spanischen Küche erfreuen sich weltweit größter Beliebtheit. Das liegt sicher daran, dass die Kochkunst in Spanien hoch geschätzt wird und das Essen drei Sinne ansprechen muss, neben dem Geschmack sinn auch den Geruchsinn und das Auge. Alles muss perfekt aufeinander abgestimmt sein. Dies erklärt sicherlich auch die Tatsache, dass es in Spanien vergleichsweise wenig ausländische Restaurants gibt. Jede Region hat ihre eigenen Spezialitäten, angefangen bei frischen Meeresfrüchten und Fisch bis hin zu deftigen Fleisch- und Eintopfgerichten findet sich eine breite Vielfalt auf der Speisekarte. Als Vorspeise werden in ganz Spanien die sogenannten »tapas«, kleine pikante Häppchen, geschätzt. Als Nachtisch gibt es sehr süße Kuchen, das typische Karamelldessert oder einfach nur frisches Obst. Abgeschlossen wird jedes Essen mit dem obligatorischen starken »café« und einer »copa«, einem alten Brandy oder Anisschnaps. Zum Essen wird in der Regel ein einheimischer Wein getrunken, da Spanien mehrere ausgezeichnete Weinbau gebiete besitzt. Das größte und bekannteste ist das La Rioja, das als erste Region die Auszeichnung »denominación de origen« erhielt. Auf der ganzen Welt geschätzt werden aber auch der spanische Sherry aus Jerez oder der »Cava« genannte Sekt, der nach dem Champagner-Verfahren hergestellt wird.